Biotop Leine-Landtag / 2019 /
öl auf Leinwand / 280 x 150 cm /
Papier, Bleistift und Buntstift / 29,7 x 42 cm

Wenn man den Niedersächsischen Landtag umkreist, fällt als erstes seine besondere Lage auf: die eine Gebäudeseite liegt unmittelbar an der Leine, die andere weist in Richtung Stadtzentrum. Bei der Betrachtung dieses Areals auf Stichen, Fotos und Plänen aus verschiedenen Jahrhunderten bemerkt man, dass dieses Gebiet - im kartografischen Zeitraffer - beinahe als ein pulsierendes Feld städtebaulicher Visionen erscheint:

Das Ringen um Baukonzepte für das Leine-Schloss und die Leine, um Funktionalität und Symbolik des Ortes ist somit immer auch eines um gesellschaftliche Modelle.

Das bedeutete zugleich den kontinuierlichen Abgleich zwischen visionärem Entwurf und Modernität und dem Erhalt bzw. der Sanierung der historischen Substanz. Im Versuch einen Kern des Schlosses selbst über die Zeit zu bewahren, haben Architekten und Städteplaner hier ihren größten Spielraum besonders in zwei Gestaltungsoptionen gesucht:
dem Wasser und dem Öffnen und Schließen der Innenhöfe.

Das Bild Biotop Leine-Landtag zeigt Pflanzen, die von April bis Juli 2019 in den im Plan mit rotem Faden markierten Arealen gewachsen sind. Im Bereich des Landtags wurden sie unter Zuhilfenahme einer Leiter gesammelt, im Bereich des Flusses vom Ufer aus mit einem Kescher.

J.S., 2019







Der Wal. Gezeichnet nach: "Moby Dick" von Herman Melville, 1851, übersetzt von Matthias Jendis, 2001, btb / 2017 / Fotografie gerahmt / Motivmaß 32 x 50 cm

Die Fotografie zeigt die vierzehn teilige Konstruktion des Wals (und seiner Fontäne) aus der Summe der Beobachtungen als Bleistiftzeichnung.




Wölfe in der Stadt (kleines Rudel) / 2011 / Bleistift auf Papier / 21 x 29,7 cm

Gezeichnet nach Fotografien aus dem Niedersächsischen Landesmuseum in Hannover (Dauerausstellung der Naturkunde, Sonderausstellung "Im Reich der Tiere", Depot)



Unterschiedliche Biotope als alltägliche Bestandteile unserer Realität sind der Focus von Julia Schmid. Deren hybride Zusammensetzung ist durch Zufall, Gestaltung und regionale Bedingungen geprägt. Der Stellenwert der Natur, sowie ihre Repräsentation in ruralen und urbanen Zusammenhängen ist immer auch Spiegel des Selbstverständnisses einer Gesellschaft. Ihre Beobachtung ist der Anlass der Arbeit von Julia Schmid.


Julia Schmid 1969 in Wuppertal geboren, aufgewachsen in Wachtberg, NRW / 1990-97 Studium an der HBK Braunschweig / 1998 Stipendium Künstlerhaus Meinersen / 2000-01 Stipendium der KSN Stiftung Northeim / 2001 Stipendium Schloss Ringenberg der NRW-Stiftung für Kunst und Kultur / 2002 Jahresstipendium des Landes Niedersachsen / 2003 Stipendium Casa Baldi, Italien / 2004 New York-Stipendium des Land Niedersachsen im ISCP / 2011-12 Bonner Kunstpreis, Aufenthalte in Helsinki (HIAP und Villa Eläintarha) und Madrid / 2013 Kunstpreis der Sparkasse im Kunstverein Hannover / 2018 Kunstpreis der niedersächsischen Landtagsfraktion der Sozialdemokraten


Ausstellungen / Auswahl: 2019 Elementarteile, Sprengelmuseum Hannover / The Fountain Mémoire, Projektraum Deutscher Künstlerbund (Katalog) / 2018 Lilia&Tulipan, Kunsthalle Lingen / 2015 schnüren, Kunstverein Wolfenbüttel (E) / Zeig mir: Zorro und Zoo, Freunde aktueller Kunst, Zwickau / 2014 Sprengelmuseum Hannover (E, Katalog) / field works Glucksman Gallery, Cork Ireland (Katalog) / Schilf im Kiess, gebaute Gärten. Städtische Galerie Lehrte (E, Katalog) 2000 - 2015 Galerie Ursula Walbröl, Düsseldorf (E) / 2010, 2013, 2018 Kunstverein Hannover / 2012 HELSINKIMADRID Kunstmuseum Bonn (E, Katalog) / An_Eignungen, Kunstverein Langenhagen / Drinnen und Draussen, Goethe Institut, Prag (Katalog) / Im Reich der Tiere, Niedersächsisches Landesmuseum Hannover (Katalog) / 2010 sehenswert ist, Allgemeiner Konsumverein Braunschweig (E, Katalog)





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Julia Schmid